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Pflege oder Paraffin?

In vielen Pflegemitteln - von der Bodylotion zum Lidschatten,

vom Babyöl bis zur Luxusgesichtscreme 

finden sich Bestandteile, deren Grundlage Rohöl ist.

Und so unschön das klingt, so unschön ist auch die Wirkung auf die Haut.

 

Diese Inhaltsstoffe verbergen sich hinter den folgenden Bezeichnungen:

- Mineral Oil

- Paraffinum Liquidum

- Paraffin Wax, Paraffin Oil

- Petrolatum

- Cera Micracristallina, Microcristalline Wax

- Ozokerit ud Ceresi

- Frei Öl

- Paraffinderviate

- Vaseline (engl Petrolatum oder Petroleum Jelly)

- Eucerin ( Gemisch aus 5 % Wollwachs und Paraffinöl)

- Lanolin (eigentlich Wollwachs, heute oft Mischung aus 65 % wollwachs, 15 % Paraffinöl und

  20 % Wasser, Adeps Lanae cum aqua oder Adeps lane hydrosum)

- Talgglyceride, hydriert

- Veresin ( Mikrowachs, Mikroparaffin)

- Gesättigte Kohlenwasserstoffe (KW)

- Eutanol (Eutanol G, gesättigter Fettalkohol)

- Fette (gehärtete, hydrierte)

- Melkfett

 

Diese Mineralöle sind gesättigte Kohlenwasserstoffketten, die einen Film auf der Haut bilden, der nicht wasserlöslich ist. Wenn Sie sich diesen Film wie eine dicht anliegende Plastiktüte vorstellen, so liegen sie richtig.

 

Was passiert unter dieser Plastiktüte?

Zunächst einmal wird es warm - zu warm! Wer mit erweiterten Blutgefäßen zu tun hat, wird sehr bald eine Verschlechterung feststellen dürfen: Es kommt zu einem permanenten Wärme- und Blutstau, der die schwachen Gefäßwände überdehnt.

 

Aber die Wärme sorgt auch für eine stärkere Verdunstung der hauteigenen Feuchtigkeit, wie in einem Gewächshaus an den Scheiben, sammelt sich das Wasser unter diesem Film - die Hornzellen der obersten Epidermisschicht saugen sich mit dem nun so reichlich vorhandenen Wasser voll und sehen prall und glatt aus. Nur leider brauchen nicht diese abgestorbenen Zellen die kostbare Feuchtigkeit, sondern die beraubten lebendigen Zellen... Wird dann gereinigt, fließt die Feuchtigkeit sehr leicht aus dem aufgebrochenen Film und die Haut fühlt sich trocken an, sie spannt unangenehm.

 

Eine "wirkliche" Feuchtigkeitspflege, die tiefer in die Haut einziehen würde, könnte auf dieser ausgetrockneten Haut ein leiches Kribbeln hervorrufen, welches oft als Unverträglichkeit gewertet wird - die paraffinhaltige Creme hingegen legt sich wie ein weicher und sanfter Seidenschal auf die Haut und vermittelt ein Gefühl von Beruhigung und Glättung - obwohl genau das Gegenteil geschieht. Beim darüber streichen wird sich die Haut immer weich anfühlen, wie es darunter aussieht wird häufig erst nach einiger Zeit sichtbar ...

 

Aber damit ist es noch immer nicht getan, denn diese Paraffine wirken hoch comedogen, das bedeutet, sie sorgen für die Entstehung (künstlicher) Mitesser und können sogar Akne und akneähnliche Erkrankungen hervorrufen. Die typischen Comedos, die hierdurch auftauchen, sind sehr dick und oberflächlich, lassen sich leicht entfernen und sitzen besonders gerne an Stellen, die für "normale" Mitesser eher selten sind - beispielweise im Augenbereich oder direkt an der Lippe.

 

Sudien an einer schwedischen Universität konnten nachweisen, daß durch diese wasserunlöslichen Paraffine der Hydro-Lipid-Film (also der Säureschutzmantel) nach und nach immer schwächer wird und kaum noch aufgebaut werden kann - damit ist Ihre Haut ihres natürlichen Schutzes beraubt. Nach dem Absetzen dieser Stoffe kommt es dann häufig zu einer sehr stark schuppenden Haut - was dann oft dem neuen Produkt zugerechnet wird.

 

Das bekannteste Beispiel für Paraffin ist der Topf Vaseline und nun fragen Sie sich genau wie wir, warum denn diese Bestandteile eingesetzt werden?

 

Vor allem sind Mineralöle günstig und sie gaukeln gerade einer trockenen und leicht gereizten Haut lange Zeit eine hohe Verträglichkeit vor. Auf Anfrage bei einigen Kosmetikherstellern gab es entweder keine oder eine ähnliche Antwort wie diese hier:

"Paraffinöle werden seit über 100 Jahren zur Herstellung von Arzneimitteln und Kosmetika verwendet. Sie haben sich aufgrund ihrer hervorragenden Pflegeleistung und Hautverträglichkeit bewährt. Der Vorteil dieser Fette ist die hohe Oxidationsstabilität, d. h. sie werden im Gegensatz zu pflanzlichen oder tierischen Fetten nicht ranzig."

 

Eine comedogene bzw leicht filmbildende Wirkung haben neben den bisher genannten Stoffen auch Lanolin (mitesserbildend) und mitunter auch Bienenwachs - hier sollten Sie darauf achten, nicht zuviel von diesen Bestandteilen zu verwenden.

 

Von einigen Paraffinen weiß man daß sie sich in der Leber, Lymphknoten und Niere anreichern  und die natürliche Hautregulation, den Hautstoffwechsel und die Zellatmung beeinträchtigen können.

Bitte nehmen Sie auch Ihre Pflegeprodukte unter die Lupe, wie Lippenstifte, Bodylotion, Shampoos, Duschgels.